Der Fachbeirat Tiergenetische Ressourcen hat am 16.08.2017 die aktualisierte „Liste alter einheimischer Geflügelrassen in Deutschland“ bestätigt.

Der Vorschlag wurde in dem ihm zugehörigen Arbeitskreis Kleintiere (AKK) erstellt. Grundlage der Liste sind die Zahlen aus der Zuchttierbestandserfassung von 2016, welche der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) vom Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter e.V. (BDRG) am 31.03.2017 übermittelt wurden. Diese können jederzeit frei zugänglich in der Zentralen Dokumentation Tiergenetischer Ressourcen in Deutschland eingesehen werden.


Arbeitskreis Kleintiere im Fachbeirat Tiergenetische Ressourcen    
Der Fachbeirat Tiergenetische Ressourcen ist ein Arbeitsgremium der Deutschen Gesellschaft für Züchtungskunde e.V. (DGfZ), der sich mit spezifischen Fragen tiergenetischer Ressourcen auseinandersetzt. Die Mitglieder des Fachbeirates sind Vertreter von Bund und Ländern, der Wissenschaft und der Tierzucht. Vorrangige Aufgabe des Fachbeirates ist es, die Umsetzung der im Nationalen Fachprogramm zur Erhaltung und nachhaltigen Nutzung tiergenetischer Ressourcen in Deutschland beschriebenen Ziele zu initiieren, z. T. zu koordinieren und fachlich zu begutachten. Als dem Fachbeirat nachgeordnet gibt es eine Arbeitsgruppe, den Arbeitskreis Kleintiere. Dieser befasst sich mit den speziellen Belangen der Erhaltung einheimischer Geflügel- und Kaninchenrassen.  Der Arbeitskreis setzt sich aus Vertretern des Fachbeirates Tiergenetische Ressourcen, der privaten Züchtervereinigungen, der Tierzuchtwissenschaft und der landwirtschaftlichen Kleintierzucht zusammen. In der Funktion als zentrale Informations- und Dokumentationsstelle für Tiergenetische Ressourcen unterstützt das Informations- und Koordinationszentrum für Biologische Vielfalt (IBV) der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) den Arbeitskreis in organisatorischer und fachlicher Hinsicht und übernimmt die Sekretariatsfunktion

 
Einheimische Geflügelrassen    
Als einheimische Geflügelrassen sind solche definiert, die vor 1930 in Deutschland entstanden sind oder vor diesem Zeitpunkt nachweislich in Deutschland gezüchtet wurden und einen landwirtschaftlichen Nutzen haben oder hatten. Dabei werden nur die ursprünglichen Farbenschläge in der Liste geführt, die schon vor 1930 in Deutschland gezüchtet wurden. Die Liste führt nun 33 Hühner-, 7 Gänse-, 9 Enten-, und 3 Putenrassen. Erstmals werden bei der aktuellen Liste auch Tauben und Zwerghühner gelistet. Es wurden jeweils drei Rassen identifiziert, die die Kriterien für die Aufnahme auf die Liste erfüllen.  


Neue Berechnungsmethode für Einstufung in die Gefährdungskategorien  
Die Einstufung in die Gefährdungskategorien erfolgt anhand der Gefährdungskennzahl (GK). Bei der Berechnung dieser Gefährdungskennzahl werden sowohl die Anzahl männlicher und weiblicher Zuchttiere, als auch die Anzahl der aktiven Züchter berücksichtigt. Durch die Gewichtung mit dem Faktor 2 soll der besonderen Wichtigkeit der Anzahl Züchter im Kleintierbereich Rechnung getragen werden. Je weniger Züchter einer Rasse es gibt, umso stärker ist die Rasse gefährdet bei gleicher Zuchttierzahl. Es werden hierbei nur die Bestände der ursprünglichen Farbenschläge der jeweiligen Rassen eingerechnet

Als Ergebnis dieser Berechnung wurden 12 Hühner-, 2 Enten- und 3 Gänserassen in die Kategorie I und damit als „Extrem gefährdet“ eingestuft. Besonders betroffen sind hierbei die Dominikaner. Für diese Rasse wurden im Monitoring nur noch 17 Züchter erfasst. Selbiges gilt für die Aylesburyenten, bei denen nur noch 22 Züchter vermerkt wurden. Zum ersten Mal finden auch die Tauben und Zwerghühner Berücksichtigung auf der Liste. Entscheidender Faktor ist hierbei der Nachweis der landwirtschaftlichen Nutzung in Deutschland um das Jahr 1930. Die drei bisher identifizierten Taubenrassen konnten erfreulicherweise als „zurzeit nicht gefährdet“ eingestuft werden.


Einen vollständigen Beitrag sowie die überarbeitete Liste finden Sie auf Homepage des BDRG.

 

© 2016 rassegeflugel-th.de

Landesverband der Rassegeflügelzüchter Thüringens  e.V.

1. Vorsitzender: Thomas Stötzer,
Bernauer Straße 11, 99091 Erfurt-Gispersleben,
Tel.: 03 61 / 6 53 44 25

Inhaltlich verantwortlich: Martin Backert

Counter